Montag, 8. August 2016

Namibia Tag 2: Wind der Kalahari

So ein Ford Ranger ist einfach ein Ungetüm von Fahrzeug. Im Kofferaum hätte unser Gepäck zweimal platz, weshalb wir uns entschieden haben den freien Raum mit einer Kühlbox zu besetzen. 
Dank Navigationsgerät kurvten wir halbwegs unbeschadet zu einem Einkaufszentrum - notabene im Linksverkehr - und deckten uns mit dem Wichtigsten wie Wasser, Kühlelemente etc. ein. Kühlboxen scheint es hier wie Sand in der Namib zu geben... 
Nach dem Plündern des Bankomaten ging es in 50 Minuten nach Rehoboth. An und für sich ist die 28.000 Seelen Gemeinde nicht wirklich interessant, ausser der Reisende steht auf Gotteshäuser. Von denen gibt es gleich dutzende. Rehoboth stellt aber auch den Hauptsitz der so genannten Baster dar. Dieses rüde Wort stammt aus dem Afrikaans und bedeutet nichts anderes als Bastard. Die Baster sind nähmlich seit Generationen die Nachkommen von den holländischen Buren und Khoisan Frauen. Trotz dieser speziellen Vergangenheit und ihrer Minderheit besitzen die Rehobother Baster durchaus politisches Gewicht. 
Knapp drei Stunden später - und einem Zwischenstopp in Kalkrand - kam unsere Gruppe in der Kalahari an, genauer in der Bagatelle Kalahari Game Ranch. Wie in der Namib färbt Eisenoxid auch die Dünen der Kalahari rot. Hier wandern diese aber nicht mehr und Experten zählen die Kgalagadi, wie sie ebenso genannt wird, "nur" zu den Halbwüsten bzw. zu den Savannen. Tatsächlich regnet es hier häufiger als in der Namib. 
Am Abend durften wir an einem aussergewöhnlichem Schauspiel teil haben, einer Gepardenfütterung. Neben der Lodge liegt ein weitläufig abgesperrtes Areal, welches als Auffangbecken für Waisen fungiert. Obwohl Fleisch bereit stand, liessen sich die grazilen Tiere zuerst nicht blicken. Doch pötzlich war er da, der Wind der Kalahari, das schnellste landlebende Tier auf Erden. Der Wind blies aber heute gemächlich. In aller Gemütlichkeit trottete der schlanke Körper auf uns zu; perfekt um ein paar Fotos zu knipsen. 


Nach dem gepardischen Festschmaus genehmigten auch wir uns einen "Sundowner", gleich neben dem riesigen Nest der Webervögel. Solch ein Konstrukt kann mehrere hundert dieser Piepmatze beherbergen.
Nun muss ich meinen Posten verlassen. Es wird kalt in der Kalahari. Bis zum nächsten Mal!

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