Montag, 8. August 2016

Namibia Tag 1: Windhoek

Standort: Hosea Kutako International Airport; Zeit: 05:30; Temperatur: ca. 7°C. Nach sanfter Landung sind wir im "harten" Winter angekommen. Bis anhin hatte alles reibungslos funktioniert, auch das Gepäck fand den Weg nach Südwestafrika. Dann plötzlich die ersten Probleme: Am Europcarstand war unser 4WD-Fahrzeug noch nicht bereit. Wir erhielten natürlich einen Ersatzwagen, aber ein SUV ist kein 4x4! Nichtsdestotrotz beförderte uns der Nissan X-Trail in das Hauptquartier von Europcar,  wo uns das obligate Sicherheitsvideo abgespielt wurde. Einen kurzen  Moment später und nach Anfahren im dritten Gang nahm unsere Gemeinschaft den Weg nach Windhoek unter die Räder.
Die Hauptstadt Namibia gehört sicher nicht zu meinen Favoriten, was die Schönheit anbelangt, doch hat sie durchaus einzelne Sehenswürdigkeiten vorzuweisen. Zu den wichtigsten zählt die Christuskirche - Weihung 1910 - deren Glasfenster von Kaiser Willhelm II. gespendet wurden.
Christuskirche
Der Tintenpalast erhielt seinen Namen von der spottenden Bevölkerung, welche dem Amtsschimmel des Prachtbaus eher abgeneigt gegenüber stand. Das älteste Gebäude des Verwaltungszentrums ist die alte Feste. Sie wurde bis zum Einfall  der südafrikanischen Truppen 1915 als solche genutzt. Insgesamt sind noch viele Bauten und Strassennamen aus der deutschen Kolonialzeit zu finden, auch wenn die Bezeichnungen der Hauptverkehrsachsen in der Zwischenzeit die Namen von aktuelleren Würdenträgern erhalten haben. Falls man Windhoek einmal von oben sehen möchte, so eignet sich der Aloe-Trail dazu hervorragend. Diese kurze Wanderroute fürt vom Stadtteil Klein-Windhoek bis zum Wasserturm. Von dort kann die Stadt, sowie die umliegende, hügelige Landschaft aus einer etwas anderen Perspektive betrachtet werden. Da das Quecksilber tagsüber auch in der kalten Jahreszeit auf 25°C ansteigt und Windhoek auf fast 1700 m. ü. M. liegt, löst ein solch kleiner Fussmarsch oft einen gewissen Durst aus, welcher wiederum in den zahlreichen Restaurants und Kaffees gelöscht werden kann. Zwei davon möchte ich hervorheben: Das Kaffee zum Park (Cafe Balalaika), das mit günstigen Preisen und einer gemütlichen Atmosphäre lockt und das Restaurant Gatheman, in welchem am Nachmittag oft frische Kuchen und Torten im Angebot stehen. Am Abend wird das Ganze zu einem Restaurant umfunktioniert. Eine wahre kulinarische Institution und im gesamten südlichen Afrika bekannt ist Joe's Beerhouse. Wer einmal in Windhoek nächtigt, sollte diesem Lokal unbedingt einen Besuch abstatten. Eine üppige Speisekarte lässt für das Dinner keine Wünsche übrig. Noch viel interessanter als Speis und Trank ist jedoch das Ambiente. Man sagt, dass sich schon Touristen in diesem Restaurant verirrt haben sollen. Eines weiss ich bestimmt: Nach nur einem Abend hat kein Gast jemals alles entdecken können. Denn Joe hat über Jahre hinweg Kleinode wie Transistorradios, Antilopengeweihe und Sauerkrautdosen gesammelt. Zudem erhält jede verbrauchte Flasche Jägermeister ihr eigenes Plätzchen.
Ach ja, übernachtet haben wir übrigens im Utopia Boutique Hotel und unser 4x4 Fahrzeug  wurde nachgeliefert (Ford Ranger 2.2 Double Cabin). Also war alles wieder im Lot. 
Hier noch ein Foto eines Graulärmvogels, dessen schnarrenden, blöckenden Rufe an alles erinnern, nur nicht an einen Vogel.
Graulärmvogel

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