Samstag, 23. Dezember 2017

Neues aus Schottland

Langzeitbelichtung

Gerade habe ich auf meinem Wordpress Foto-Blog  einen neuen Artikel zum Thema Langzeitbelichtung veröffentlicht. Der Beitrag enthält von mir gemachte Fotos aus Schottland, welche die Thematik gut veranschaulichen. Schaut doch mal unter folgenden Link rein: Langzeitbelichtung - Schottland

Montag, 16. Oktober 2017

Neue Wege

Neuer Blog

Scotland first

Obwohl ich im September für drei Wochen in Schottland unterwegs war, entschied ich mich keinen Reiseblog zu schreiben. Ehrlich gesagt, ist das auch nicht nötig. Es gibt unzählige Internetseiten und gute Reiseführer, die mit genügend Tipps über den Norden Britanniens aufwarten. Drei dieser Reiselektüren habe ich gelesen und alle haben sie ihren Teil dazu beigetragen mir die Kultur und die Geschichte des Landes näher zu bringen. 
Ok, ein paar Anmerkungen möchte ich trotzdem teilen - bevor es dann zum nächsten Thema geht. Wenn ihr die Bewohner wirklich besser kennen lernen wollt, kommt ihr nicht um Übernachtungen in B&Bs (Bed & Breakfasts) herum. Schottland ist geradezu berühmt für diese Übernachtungsvariante. Die Gasthäuser sind klein aber fein, der Umgang familiär. Zudem geben die Besitzer wertvolle Informationen bezüglich lokalen Sehenswürdigkeiten weiter.
Das Wetter wechselt tatsächlich innerhalb von fünf Minuten. Man sollte dementsprechend ausgerüstet sein. Dass in Grossbritannien Linksverkehr herrscht, sollte jedem klar sein. Aufpassen müsst ihr aber trotzdem auf den Strassen! Diese sind nämlich z.T. extrem eng - noch mühsamer wird es auf den so genannten "Single Track Roads". Orientiert euch einfach am Mittelstreifen! Dann haltet ihr genug Abstand zum linken Strassenrand und eurem Beifahrer läuft nicht permanent der Angstschweiss herunter.

Ein neuer Weg

Wie angekündigt, starte ich einen neuen Blog, der sich näher mit dem Thema Fotografie beschäftigt. Dort möchte ich einerseits auf Techniken eingehen und andererseits natürlich meine Bilder präsentieren. Für dieses Unterfangen habe ich mich nach einer neuen Plattform umgeschaut - Blogger erschien mir irgendwie als zu altmodisch. Fündig geworden bin ich bei Wordpress. Die Seite bietet sehr viele Gestaltungsmöglichkeiten, und dies bereits in der Gratisversion. Gegen Gebühr kann man sich sogar eine eigene Domain kreieren. Die Alternative wäre eine eigene Homepage gewesen. Die Bildpräsentation wäre dort sicherlich top gewesen, aber im Grunde wollte ich immer noch einen Blog haben und keine nahezu professionelle Website. 
Wie dem auch sei, ihr findet den Wordpress-Blog unter folgendem Link: Wordpress - Hotspotsnsprings
Bis anhin habe ich nur zwei Beiträge veröffentlicht, weitere werden aber sicher folgen. 


Viel Spass mit dem neuen Blog!
Euer Sven

Mittwoch, 16. August 2017

Namibia: Epilog

Rückblick

Genau vor einem Jahr befanden wir uns irgendwo in Namibia. In der Zwischenzeit hat sich viel getan: ich habe endlich alle Aufnahmen bearbeitet und aus den besten Fotos Alben erstellt. Die nächsten paar Zeilen möchte ich jedoch für einen schriftlichen Rückblick nutzen. Alle grundsätzlich wichtigen Informationen findet ihr unter dem Post "Reisevorbereitungen". Dennoch gehe ich auf ein paar Details ein, die auf persönlich gemachten Erfahrungen beruhen. 

Planung

Eine sorgfältige Planung lohnt sich immer und das hat sich auch in diesem Fall bewahrheitet. So kam es auf der Route zu keinerlei unangenehmen Überraschungen. Zudem hat Karawane Reisen bei der Buchung ganze Arbeit geleistet. Das Ein- und Auschecken funktionierte an allen Orten bzw. Lodges und Guesthouses einwandfrei. Vor allem die gute Kommunikation mit dem Reiseanbieter bezüglich den Unterkünften und das Nachlesen in einschlägigen Foren hatten sich ausbezahlt. 
Unsere Routenwahl korrelierte zum grössten Teil mit derjenigen von Karawane. Aus diesem Grund und mit Hilfe der  Kombination aus Navigationsgerät und der Karte von "Tracks4Africa" konnte ich die Fahrzeiten gut abschätzen. Manchmal waren wir geraden rechtzeitig vor Ort, meistens jedoch früher. Dieser Umstand ist v.a. für begeisterte Fotografen wichtig, um nicht das perfekte Licht an einem bestimmten Platz zu verpassen.
Bezüglich der Routenwahl und der Unterkünfte verweise ich auf den ersten Beitrag (Juli 2016) zu dieser Namibia-Reise. Damals habe ich bereits die wichtigsten Links aufgelistet.

Mietwagen

Bekanntlich hat das mit dem Mietwagen im ersten Moment nicht wunschgemäss funktioniert. Doch ich muss zugeben, dass sich die Mitarbeiter von Europcar ausserordentlich bemüht haben. Ein Ersatzwagen wurde sofort bereitsgestellt und das gebuchte Fahrzeug nach Windhoek nachgeliefert. Obwohl es natürlich auch für den Ford Ranger eine Instruktion gab, entging mir ein nicht unwichtiges Detail. Aus Sicherheitsgründen bleiben die Seitenfenster des Kofferraums in Ortschaften und Städten geschlossen. Während der Fahrt sollen sie jedoch leicht geöffnet sein. Der Grund ist der folgende: Der Gepäckraum ist eigentlich nur eine zusätzliche Abdeckung der Ladefläche, d.h. es gibt sichtbare Spalten in der Karosserie, wo Sand eindringen kann. Sind die Fenster nun geschlossen, zieht es dank dem Fahrtwind den Sand von unten in den Kofferraum. Bei geöffneten Seitenfenstern dringt Luft von oben ein. Diese drückt den Sand sozusagen nach unten weg.
Ich muss nicht erwähnen, dass uns dieses Wissen zu Beginn fehlte. So durften wir unser Gepäck das eine oder andere Mal entstauben. So oder so gelangt immer ein wenig feinkörniger Sand in den Stauraum. Die Kameraausrüstung sollte deshalb in der Passagierkabine mitfahren!

Verkehr

Ich denke, die grundsätzlichen Angaben sind jedem klar. Ansonsten könnt ihr diese ebenfalls in meinem Beitrag vom Juli 2016 nachlesen oder ihr findet sie sicherlich in jedem guten Reiseführer. Auf einen Punkt möchte ich aber eingehen. Die Einheimischen besitzen und fahren oft Automobile, die - gelinde ausgedrückt - schon bessere Tage gesehen haben. Trotzdem wird das Gaspedal in aller Regel durchgedrückt und in dieser Position verbleibt es auch, selbst wenn auf der Pritsche noch fünf weitere Personen sitzen. Lasst euch einfach überholen, tretet leicht auf die Bremsen - damit ihr wieder etwas sehen könnt - und setzt die Fahrt in eurem Tempo fort.
Entgegenkommende Fahrzeuge sieht man aufgrund der imposanten Staubwolke schon Minuten im Voraus. Ein allfälliges Ausweichmanöver lässt sich dementsprechend gut einplanen. Weil es üblich ist in den bestehenden Spuren zu fahren - auch um die Reifen zu schonen -  erweist sich dieses Phänomen als vorteilhaft.

Kulinarisches

Vegetarier haben es tatsächlich echt schwer! Zwar befindet sich die vegetarische Küche in den modernen Restaurants auf dem Vormarsch, doch eine solch breite Abdeckung wie in Europa existiert noch lange nicht. Gemüse und Früchte müssen aufgrund der Trockenheit importiert werden. Nur Kartoffeln und Kürbisse stehen auf jedem Buffet.
Eines weiss ich nach drei Wochen Namibia mit Sicherheit: Wild ziehe ich in jedem Fall einem Stück Rindfleisch vor. Das "Game" war oftmals zarter als das "Beef", was möglicherweise auch an der Verarbeitungstechnik oder der Lagerung liegt.
Bier stellt vielleicht das wichtigste Thema überhaupt dar! Tafel und Windhoek Lager kriegt der Biertrinker in jedem Restaurant, jeder Lodge und jedem grösseren Laden. Sehr erfrischend ist auch das südafrikanische Savanna, ein klassischer Cider (Apfelmost) Savanna.
Namibia ist kein Weinland, dennoch gibt es seit geraumer Zeit erste Anbaugebiete. Für Stellenbosch und Co. wird der namibische Tropfen wohl nie zur ernsthaften Konkurrenz, einfach weil die Fläche an guten Böden fehlt, um ein genügend grosses Volumen für den Export zu produzieren. Geschmackstechnisch haben die Weine Namibias aber in kurzer Zeit eine sehr positive Entwicklung durchgemacht.

Exkursionen

Wer spezielle Dinge sehen und erleben will, der muss spezielle Orte besuchen! Und als Tourist genügt selbst das nicht immer. Man ist auf ansässige Augen, sprich Spurenleser angewiesen. Nur mit der Hilfe von "Locals" ist es z.B. möglich kleine Wüstenbewohner wie Chamäleons, Geckos oder Weissspinnen zu fotografieren. Ehrlich gesagt hätten wir die Spuren im Sand niemals alleine erkannt. Empfehlenswert sind v.a. die Touren in der Region um Walvis Bay und Swakopmund, aber auch eine Pirschfahrt auf einer Farm kann für ungeahnte Überraschungen sorgen.

Schluss

So, das war's mit dem Nachtrag. Ich hoffe, dass damit einige Fragen beantwortet werden konnten und manche Entscheidung leichter fällt. Im nächsten Projekt wollen wir uns vermehrt auf das Fotografieren konzentrieren. Dazu aber mehr in einem anderen Beitrag. 

Montag, 29. August 2016

Namibia Tage 16-19: Ende eines Abenteuers

In der dritten Woche klang unser Abenteuer allmählich aus. Vom Mushara Bush Camp reisten wir zum Waterberg-Plateau, sozusagen eine Hochebene auf der Hochebene. Der Waterberg selber, wie auch der Klein Waterberg sind bekannte Wandergebiete in Namibia. Ihre Erhöhungen liegen bis zu 1900 m.ü.M. Leider war die Zeit etwas zu knapp bemessen für sportliche Aktivitäten, so liessen wir unsere Seelen denn am Pool baumeln. Für eine Nacht beherbergte uns die Waterberg Guest Farm, welche sich wiederum auf dem Gelände der aktiven Farm "Okosongomingo" befindet. Eine Farm in Namibia unterscheidet sich gewaltig zu einem Bauernhof in der Schweiz. Bei uns nennen die Landwirte - wenn es hoch kommt - ein paar Hektaren ihr Eigen, in Namibia rechnen die Farmer in tausenden Hektaren bzw. Quadratkilometer. Okosongomingo ist 42'000 Hektaren gross. Selbstverständlich wird davon nur ein winziger Teil direkt bewirtschaftet, vorwiegend für die Rinderzucht. Auf dem Rest des Landes grast das Wild.
Am vorletzten Tag fuhren wir über Okahandja zurück nach Windhoek. Okahandja ist deshalb zu erwähnen, weil es dort einen "Craft Market" gibt, also einen Strassenmarkt, wo von Hand gefertigte Tierfiguren, Masken uns sonstige Schnitzereien feil geboten werden. Die Mitbringsel lassen sich dort wesentlich günstiger erstehen als im Windhoeker Pendant - Feilschen ist jedoch Pflicht! Auch wenn der zu Beginn genannte Preis um 50% reduziert wird, freuen sich die Händler über jedes abgeschlossene Geschäft und jeden Besuch.  
Natürlich machten wir auch bei den Souvenirläden der Hauptstadt eine Stippvisite. Gemäss meinen Erwartungen lagen die Preise etwas höher als anderswo. Nichtsdestotrotz zeigen sich immer wieder originelle Einzelstücke, welche allemal sehens- evtl. sogar erstehenswert sind. 

Unser Fahrzeug schaffte die etwas mehr als 4000 Km ohne einen Platten! Nicht nur wir, auch die Serviceleute von Europcar schienen äusserst froh darüber zu sein. Der Rückflug verlief - bis auf ein paar Turbulenzen - ereignislos. Wohl auch, weil ich davon vier Stunden geschlafen habe. 

Nun beginnt der Ernst des Lebens wieder! Ich hoffe, ihr hattet Spass beim Lesen und unserer Reise zu folgen. Bis zum nächsten Mal!


Dienstag, 23. August 2016

Namibia Tage 14 und 15: Am grossen weissen Platz

Etosha, stammt aus dem  Oshivambo und bedeutet "grosser weisser Platz". Insgesamt durften wir volle zwei Tage im Gebiet um die Salzpfanne verbringen und erleben. Der Nationalpark ist ein einzigartiges Refugium für viele Säugetiere, Vögel  und weitere Spezies und gerade deshalb ausserordentlich gut für die Tierbeobachtung geeignet. 
Mittlerweile hat der Staat fünf Camps bzw. Lodges eröffnet und obwohl diese von NWR (Namibia Wildlife Resorts) geleitet werden, lohnt es sich eine Nacht im Park zu verbringen. Die Zimmer sind ganz in Ordnung; bei der Tischzuordnung beim Nachtessen herrscht manchmal Chaos, dafür findet  der Gast beleuchtete Wasserlöcher vor, die v.a. während des südlichen Winters, also in der Trockenzeit, unzählige Tiere anlocken. Von Kudus,  über Nashörner, bis hin zu Elefantenherden gibt es allerlei zu sehen. 
Elefanten am Wasserloch von Okaukuejo
Auch im Verlauf eines Tages zeigen sich viele Wildtiere. Einen Löwen haben wir leider nur von Weitem erspäht, ungeeignet zum Fotografieren. Der wohl am schwierigsten zu entdeckende Bewohner von Etosha ist der Leopard. Hier hatten wir gar kein Glück. Trotzdem folgen nun ein paar Eindrücke, denn Bilder sagen bekanntlich mehr als tausend Worte. 
Steppenzebra
Kudus





















Warzenschwein
Impala-Bock
























Ein Schelm ist, wer nun denkt, dass die Tiere wie im Zoo zur Schau gestellt werden. Die Fläche des Etosha-Nationalparks beträgt ca. 22ˋ000 Quadratkilometer. Er bedeckt dementsprechend die Hälfte der Schweiz und das Beobachten benötigt Zeit und Geduld.
Die privat geführten Lodges liegen gänzlich ausserhalb des Parkes, trotzdem sind sie oft nicht mehr als zehn Kilometer von einem Gate entfernt. Von hier ist es einen Katzensprung in das Naturschutzgebiet und der Reisende geniesst zusätzlich mehr Komfort. 

Montag, 22. August 2016

Namibia Tage 11-13: Alte Kunst an der Zweifelsquelle

Der Weg Richtung Norden führt entlang der Skelettküste und vorbei am Brandbergmassiv. Oft hängt dichter Nebel am Ufer, welcher den Seefahrern seit Jahrhunderten die Navigation erschwert. Viele Schiffswracks säumen den Strand, doch die Skeleton Coast ist lang und man kann leider nur einen der zurückgelassenen Kähne auf der Strassse nach Henties Bay anschauen. Weiter nördlich gibt es noch mehr. 
Ansonsten zeigt sich die Route bis Twyfelfontein als wenig attraktiv mit verbesserungswürdingen Strassenabschnitten. Ein guter Beobachter findet aber in jeder Vegetation ein paar Tiere.
Klippschliefer
Der Klippschliefer ist im gesamten südlichen Afrika verbreitet und einer der nächsten Verwandten des Afrikanischen Elefanten.
Die Quelle Twyfelfontien erhielt ihren Namen aufgrund ihrer Unregelmässigkeit Wasser zu spenden. Trotzdem liess sich in den 40er Jahren ein Deutscher mit jüdischen Wurzeln dort nieder und kaufte das umliegende Land für seine Farm. Kurze Zeit später wurden die historischen Felsmalereien der Buschmänner in besagtem Gebiet entdeckt. Der Farmer musste sein Grundstück dem Staat wieder verkaufen und zog weiter.
Die Gravuren stellen eine Überlieferung der frühen Kulturen in Namibia über mehrere Jahrtausende dar. So haben Forscher das Alter der Zeichnungen auf 2000 - 6000 Jahre datiert.
Die Buschmänner brauchten die Malereien für vielerlei Zwecke. Sie zeigten den Jägern, wo es welches Wild gab und wo eine Wasserquelle existierte. Die obige Abbildung legt zudem nahe, dass auch schamanische Riten üblich gewesen sein mussten.
Weibliche Namibische Fels-Agame
Fels-Agamen lieben die warmen, rötlichen Steine rund um Twyfelfontein. Das Männchen dieser Art ist deutlich grösser, besitzt eine dunkelblau-violette Rückenpartie und einen orangen Kopf und Schwanz.
Logiert haben wir übrigens in der Twyfelfontein Country Lodge. Die Unterkunft liegt zwar wunderschön, beim Essen macht sich jedoch das Syndrom des Massentourismus bemerkbar. Leider gibt es in dieser Region keine wirklichen Alternativen.
Nachtrag Übernachtung in Swakopmund: Swakopmund Guesthouse (sehr zu empfehlen!).

Mittwoch, 17. August 2016

Namibia Tage 8-10: Durch die Wüste

Vom Küstenort Lüderitz bzw. von Aus rollte unser Ford Ranger in Fahrtrichtung Norden. Zur Mittagszeit kamen wir am Duwisib Castle vorbei. Eine Burg, die mitten im Nirgendwo steht. Der deutsche Offizier Hans-Heinrich von Wolf beaufragte den Architekten Sanders anno dazumal diesen Bau zu entwerfen. Finanziert wurde das Ganze von Wolfs Frau, einer reichen Amerikanerin. 
Gegen Abend traf unsere kleine Gruppe in der Desert Homestead Lodge ein. Dieses Kleinod liegt nur 30Km vom Unesco Weltkulturerbe Namib Sand Sea entfernt. Es lohnt sich eine nahe gelegene Unterkunft zu suchen, denn wer bei Sesriem in den Namib-Naukluft Park möchte, der sollte dies am frühen Morgen tun, wenn der Sand noch kalt ist. Auf der asphaltierten Piste gilt zwar eine Maximalgeschwindigkeit von 60Km/h, mit der man aber sogar von Reisebussen überholt wird. Nach 45 Kilometern tauchte linkerhand die Düne 45 auf. Dieses 170 Meter hohe Sandgebilde lässt sich besteigen, was wiederum recht anstrengend ist - getreu nach dem Motto: Zwei Schritte vorwärts, einer zurück. 
Dune 45 von unten
Nach kurzer Weiterfahrt parkierte ich unser Fahrzeug auf dem allgemeinen Parkplatz, 5 Kilometer vor Sossusvlei. Die etwas Mutigeren fahren hier weiter über eine, zum Teil tiefe Sandstrecke und bleiben des Öfteren stecken.  Es gab sogar solche mit SUVs, geradezu lächerlich! Sossusvlei ist eigentlich eine Oase, denn das Wasser des Tsauchab dringt bis an diesen Ort vor. In der Trockenzeit stellt das Deadvlei den wesentlich beeindruckenderen Platz dar. Wie Sossusvlei war das Deadvlei eine vom Tsauchab mit Wasser versorgte Oase. Die Dünen verhinderten aber ein weiteres Vordringen des Flusses, der Ort trocknete aus und die Bäume wurden von der Sonne richtiggehend verkohlt.

Nach unserem Besuch in den roten Dünen der Namib fuhren wir zur Namib Desert Lodge (Gondwana Collection). Die darauffolgenden Route brachte uns über eine hügelige Landschaft an die Küstenorte Walvis Bay und Swakopmund. Vor allem Swakopmund ist spürbar eine deutsche Stadt. Es gibt hier unzählige Kolonialbauten nach kaiserlicher Vorstellung, zudem findet hier ein Oktoberfest statt und es gibt auch einen Karneval. Von Swakopmund bzw. Walvis Bay können Touristen diverse Ausflüge unternehmen. Als Beispiele sollen die Katamaran Touren in Walvis Bay und die "Living Desert Tours" in Swakopmund dienen. Spätestens jetzt erfährt man, dass die Wüste lebt. Nachfolgend findet ihr ein paar Eindrücke.
Palmato Gecko
Tanzende weisse Lady





Dienstag, 16. August 2016

Namibia Tage 4-7: Vom Fischfluss und Diamantengräbern

Hallo Freunde der Nacht! Nach etlichen Tagen empfange ich wieder ein stabiles Signal. Zwar gab es meistens WIFI, die Leistung war jedoch derart schwach, dass ich mich gezwungen sah ein paar Reiseabschnitte zusammen zu fassen. 
Egal, zurück zum Geschäft! Von Tag drei auf den vierten übernachteten wir in Keetmanshoop in der Pension Gesserts. Diese rühmt sich das beste Frühstück in Namibia zu offerieren und tatsächlich wurden wir nicht enttäuscht. Ob es das beste Morgenessen war, kann ich nicht behaupten, sicher aber das speziellste und v.a. familiärste. 
Die Reise führte uns weiter in den Süden zur Cañon Lodge. Eine  wunderschöne, in den Fels integrierte Anlage. Etwa 20 Kilometer westlich befindet sich der "Fish River" Canyon, seines Zeichens der zweitgrösste auf unserem Planeten.
Über Jahrmillionen hat sich der Fischfluss durch das Gestein gefräst, wobei ein Teil des Untergrunds zusätzlich noch eingebrochen ist. Das Alter der aktuellen Schicht, durch die Wasser fliesst, beträgt 1.5 Milliarden Jahre.
Habt ihr schon einmal einer Oryxantilope ins Antlitz geschaut? Das sieht dann etwa so aus:

Der so genannte Gemsbock ist das Nationaltier Namibias und wird deshalb vorzugsweise verspiesen.
Nach dem Canyon machten wir uns auf in Richtung Aus. Im Dorf mit seinen 700 Einwohnern befand sich während dem ersten Weltkrieg ein Kriegsgefangenenlager. Die südafrikanischen Soldaten quartierten dort die Besatzung der übrig gebliebenen deutschen Schutztruppe ein.
Wesentlich interessanter ist aber ein Besuch von Kolmanskop, der ehemaligen Diamantengräberstadt. Unzählige Glücksritter versuchten hier von 1908 die wertvollen Steine zu gewinnen. Zeitweise lebten bis zu 400 Personen in der Siedlung, auch Spezialisten aus Deutschland. Diesen versuchte man das Leben so angenehm wie nur möglich zu gestalten. Aus diesem Grund entstanden herrschaftliche Häuser. Bereits 1956 zogen die letzten Bewohner aus. Auf der Kolmannskuppe wurden weniger Diamanten geschürft als in anderen Gebieten. Die meisten Glitzersteine bergen die Diamantengesellschaften im Delta des Oranje. Heutzutage sind die Bauten in Kolmanskop zunehmend der Witterung ausgesetzt.
Übrigens haben wir wieder in einer Unterkunft der Gondwana Collection übernachtet.

Mittwoch, 10. August 2016

Namibia Tag 3: Im Busch

Gestern habe ich etwas über die Baster berichtet, heute sind die San an der Reihe. Sie stellen ebenfalls eine der vielen Ethnien Namibias dar, wobei die Buschmänner sicherlich zur ursprünglichen Bevölkerung gezählt werden dürfen. In unserer Zeit leben nur noch wenige San in halbnomadischer Form, doch halten sie ihre Traditionen und Bräuche in Ehren. Aus diesem Grund ist die Teilnahme an einem "Bushmen Walk" immer ein interessantes Erlebnis und der aufmerksame Zuhörer lehrnt die eine oder andere Jagdtechnik und das Spurenlesen im  Busch kennen -  zum Beispiel warum mit Wasser gefüllte Strausseneier im Sand vergraben werden. Die Buschmänner fallen nicht nur durch ihre äussere Erscheinung auf (Lendenschürzchen), sondern vor allem wegen ihrer Sprache. Die Sätze werden mit unterschiedlich klingenden Klicklauten gespickt. Wer das nachahmen möchte, macht sich allerhöchstens zum Affen. Ähnliche Sprachen (Khoisan) sprechen auch die Damara und die Nama.

Nach dem gemütlichen Marsch, ein paar Tassen Kaffee und einem Besuch im SPAR - ja, den gibts auch in Namibia - fuhren wir weiter gen Süden. Nichts als Busch-  bzw. Grasland säumte die Strassen zu beiden Seiten, endlose Weiten taten sich auf. Viele Kilometer und Stunden später tauchten die ersten Köcherbäume am Horizont auf. Diese kurios aussehende Pflanze gehört zu den Aloen und wächst normalerweise alleine stehend. Wir erhielten die Gelegenheit einen ganzen Wald während dem Sonnenuntergang abzulichten.

Montag, 8. August 2016

Namibia Tag 2: Wind der Kalahari

So ein Ford Ranger ist einfach ein Ungetüm von Fahrzeug. Im Kofferaum hätte unser Gepäck zweimal platz, weshalb wir uns entschieden haben den freien Raum mit einer Kühlbox zu besetzen. 
Dank Navigationsgerät kurvten wir halbwegs unbeschadet zu einem Einkaufszentrum - notabene im Linksverkehr - und deckten uns mit dem Wichtigsten wie Wasser, Kühlelemente etc. ein. Kühlboxen scheint es hier wie Sand in der Namib zu geben... 
Nach dem Plündern des Bankomaten ging es in 50 Minuten nach Rehoboth. An und für sich ist die 28.000 Seelen Gemeinde nicht wirklich interessant, ausser der Reisende steht auf Gotteshäuser. Von denen gibt es gleich dutzende. Rehoboth stellt aber auch den Hauptsitz der so genannten Baster dar. Dieses rüde Wort stammt aus dem Afrikaans und bedeutet nichts anderes als Bastard. Die Baster sind nähmlich seit Generationen die Nachkommen von den holländischen Buren und Khoisan Frauen. Trotz dieser speziellen Vergangenheit und ihrer Minderheit besitzen die Rehobother Baster durchaus politisches Gewicht. 
Knapp drei Stunden später - und einem Zwischenstopp in Kalkrand - kam unsere Gruppe in der Kalahari an, genauer in der Bagatelle Kalahari Game Ranch. Wie in der Namib färbt Eisenoxid auch die Dünen der Kalahari rot. Hier wandern diese aber nicht mehr und Experten zählen die Kgalagadi, wie sie ebenso genannt wird, "nur" zu den Halbwüsten bzw. zu den Savannen. Tatsächlich regnet es hier häufiger als in der Namib. 
Am Abend durften wir an einem aussergewöhnlichem Schauspiel teil haben, einer Gepardenfütterung. Neben der Lodge liegt ein weitläufig abgesperrtes Areal, welches als Auffangbecken für Waisen fungiert. Obwohl Fleisch bereit stand, liessen sich die grazilen Tiere zuerst nicht blicken. Doch pötzlich war er da, der Wind der Kalahari, das schnellste landlebende Tier auf Erden. Der Wind blies aber heute gemächlich. In aller Gemütlichkeit trottete der schlanke Körper auf uns zu; perfekt um ein paar Fotos zu knipsen. 


Nach dem gepardischen Festschmaus genehmigten auch wir uns einen "Sundowner", gleich neben dem riesigen Nest der Webervögel. Solch ein Konstrukt kann mehrere hundert dieser Piepmatze beherbergen.
Nun muss ich meinen Posten verlassen. Es wird kalt in der Kalahari. Bis zum nächsten Mal!

Namibia Tag 1: Windhoek

Standort: Hosea Kutako International Airport; Zeit: 05:30; Temperatur: ca. 7°C. Nach sanfter Landung sind wir im "harten" Winter angekommen. Bis anhin hatte alles reibungslos funktioniert, auch das Gepäck fand den Weg nach Südwestafrika. Dann plötzlich die ersten Probleme: Am Europcarstand war unser 4WD-Fahrzeug noch nicht bereit. Wir erhielten natürlich einen Ersatzwagen, aber ein SUV ist kein 4x4! Nichtsdestotrotz beförderte uns der Nissan X-Trail in das Hauptquartier von Europcar,  wo uns das obligate Sicherheitsvideo abgespielt wurde. Einen kurzen  Moment später und nach Anfahren im dritten Gang nahm unsere Gemeinschaft den Weg nach Windhoek unter die Räder.
Die Hauptstadt Namibia gehört sicher nicht zu meinen Favoriten, was die Schönheit anbelangt, doch hat sie durchaus einzelne Sehenswürdigkeiten vorzuweisen. Zu den wichtigsten zählt die Christuskirche - Weihung 1910 - deren Glasfenster von Kaiser Willhelm II. gespendet wurden.
Christuskirche
Der Tintenpalast erhielt seinen Namen von der spottenden Bevölkerung, welche dem Amtsschimmel des Prachtbaus eher abgeneigt gegenüber stand. Das älteste Gebäude des Verwaltungszentrums ist die alte Feste. Sie wurde bis zum Einfall  der südafrikanischen Truppen 1915 als solche genutzt. Insgesamt sind noch viele Bauten und Strassennamen aus der deutschen Kolonialzeit zu finden, auch wenn die Bezeichnungen der Hauptverkehrsachsen in der Zwischenzeit die Namen von aktuelleren Würdenträgern erhalten haben. Falls man Windhoek einmal von oben sehen möchte, so eignet sich der Aloe-Trail dazu hervorragend. Diese kurze Wanderroute fürt vom Stadtteil Klein-Windhoek bis zum Wasserturm. Von dort kann die Stadt, sowie die umliegende, hügelige Landschaft aus einer etwas anderen Perspektive betrachtet werden. Da das Quecksilber tagsüber auch in der kalten Jahreszeit auf 25°C ansteigt und Windhoek auf fast 1700 m. ü. M. liegt, löst ein solch kleiner Fussmarsch oft einen gewissen Durst aus, welcher wiederum in den zahlreichen Restaurants und Kaffees gelöscht werden kann. Zwei davon möchte ich hervorheben: Das Kaffee zum Park (Cafe Balalaika), das mit günstigen Preisen und einer gemütlichen Atmosphäre lockt und das Restaurant Gatheman, in welchem am Nachmittag oft frische Kuchen und Torten im Angebot stehen. Am Abend wird das Ganze zu einem Restaurant umfunktioniert. Eine wahre kulinarische Institution und im gesamten südlichen Afrika bekannt ist Joe's Beerhouse. Wer einmal in Windhoek nächtigt, sollte diesem Lokal unbedingt einen Besuch abstatten. Eine üppige Speisekarte lässt für das Dinner keine Wünsche übrig. Noch viel interessanter als Speis und Trank ist jedoch das Ambiente. Man sagt, dass sich schon Touristen in diesem Restaurant verirrt haben sollen. Eines weiss ich bestimmt: Nach nur einem Abend hat kein Gast jemals alles entdecken können. Denn Joe hat über Jahre hinweg Kleinode wie Transistorradios, Antilopengeweihe und Sauerkrautdosen gesammelt. Zudem erhält jede verbrauchte Flasche Jägermeister ihr eigenes Plätzchen.
Ach ja, übernachtet haben wir übrigens im Utopia Boutique Hotel und unser 4x4 Fahrzeug  wurde nachgeliefert (Ford Ranger 2.2 Double Cabin). Also war alles wieder im Lot. 
Hier noch ein Foto eines Graulärmvogels, dessen schnarrenden, blöckenden Rufe an alles erinnern, nur nicht an einen Vogel.
Graulärmvogel

Freitag, 29. Juli 2016

Namibia: Reisevorbereitungen

Prolog:

Neues Jahr, neues Glück oder eben eine neue Reise!
Nun ist bereits eine Weile seit unserem Abenteuer in Island vergangen. (Bericht unter dem Island-Reiter) Tatsächlich hatte ich bereits vor zwei Jahren mit den Vorbereitungen eines anderen Unterfangens begonnen: Namibia! Zugegeben, ich besuchte das Land bereits 2011, doch wollte ich unbedingt als Selbstfahrer zurückkehren. Da schob sich prompt dieses wirsche und doch so faszinierende Eiland aus dem Norden, das nach der EM als Reisedestination umso beliebter scheint, mit ihren sympathischen Bewohnern dazwischen. Vermissen möchte ich es nicht!
Aber zurück zum Thema: Dieses Mal berichte ich ab dem 7. August - wenn es das "WiFi" zulässt - aus der Wüste bzw. Steppe. Wie gewohnt, möchte ich aber zuerst einige interessante Informationen teilen, u.a. wieso es fast zwei Jahre der Planung in Anspruch genommen hat.

Planung:

Zwei Jahre?! Ja, das hört sich nach unverschämt viel an. Es ist auch nicht so, dass ich permanent daran gearbeitet hätte, dennoch gibt es gute Gründe ein solches Vorhaben frühzeitig zu arrangieren. Beginnt man nämlich erst ein Jahr im Voraus und sucht sich dann die schönen Unterkünfte heraus, kann es passieren, dass diese bereits ausgebucht sind. Um ehrlich zu sein, in der Regenzeit (November bis März) funktioniert dies wahrscheinlich noch, nicht so aber von Mai bis September. Wenn ihr im Juli oder August nach Namibia reisen wollt, dann solltet ihr vorausschauend handeln. Zu dieser Zeit sind nicht nur in Deutschland Schulferien, auch die Südafrikaner strömen in Scharen in das Land der Namib. Dementsprechend belegt sind die tollen Hotels und Lodges.
An diesem Punkt muss ein jeder sich auch über die Art des Reisens entscheiden. In der Schweiz und in Deutschland existieren zahlreiche Anbieter von Pauschalreisen. Von der geführten Tour, über das Selbstfahrerangebot, bis hin zur Flugsafari bieten die Veranstalter eine Fülle an Möglichkeiten. Eventuell ist es gar keine schlechte Idee, sich beim ersten Mal im Land von einem Guide herumführen zu lassen, um dabei Eindrücke und Erfahrungen zu sammeln.
Nach meinem letzten Trip bin ich jedoch zur Überzeugung gelangt, dass Namibia ein hervorragendes Selbstfahrerland ist, weshalb ich in den nachfolgenden Zeilen auch auf diese Variante eingehe.

Zeit und Ort

Namibia besitzt die 2.3-fache Fläche von Deutschland. Der Faktor Zeit beruht somit auf der Routenwahl. Wer das komplette Land befahren möchte, benötigt dafür mindestens vier Wochen. Deshalb wählen die meisten Leute entweder den nördlichen oder den südlichen Teil der Republik aus. Das Zentrum lässt sich jeweils mit beiden Optionen verbinden. Für den Süden, inklusive Zentral-Namibia und Ethosha Nationalpark, empfehle ich drei Wochen einzurechnen, für das Zentrum und den Norden (ohne Caprivi-Zipfel) reichen deren zwei. Achtet beim Entwerfen eurer Pläne unbedingt auf die Fahrkilometer! Natürlich zwingen die Dimensionen des Staates einen zu längeren Etappen, aber ich glaube, niemand möchte die prächtige Landschaft acht Stunden lang vom Auto aus geniessen. Maximal 300 Kilometer pro Tag genügen völlig.

Route und Unterkünfte

Im Internet zu recherchieren lohnt sich. Diese zwei Homepages haben mir persönlich beim Organisieren sehr geholfen: Namibia Reiseführer und Portal und Info-Namibia. Auch die Seite des "Namibia-Tourism Board" Namibia Tourismus ist einen Blick wert. Auf den genannten Online-Plattformen findet der Suchende Sehenswürdigkeiten und jeweils die passende Lodge dazu und im Namibia-Forum beantworten erfahrene Reisende die Fragen von Neulingen und Neugierigen.
Zu Hause erfolgt die Routenplanung oft mit Google-Maps. Vor Ort zeigt sich aber eine gute Strassenkarte als unabdingbar - auch ein Navi ersetzt diese nicht ganz. Mit Abstand die beste in ihrer Kategorie ist die Karte von tracks4africa, zu bestellen unter: Tracks4Africa. Sie hat mich durch ihre Robustheit überzeugt. Zudem werden an allen Strecken die Reisezeiten angegeben und die Strassen werden regelmässig von der Tracks4Africa Community abgefahren.
Viele Lodges stellen auch Campingplätze zur Verfügung. Wer Natur pur sucht und den Geldbeutel schonen will, dem bietet sich auch hier eine passable Alternative. 
Nach der gesamten Planung habe ich meine Vorschläge - Auto, Route und Übernachtungsmöglichkeiten - den Profis von Karawane Reisen unterbreitet, weil mir der administrative Aufwand, alle Lodges einzeln anzuschreiben, einfach zu gross gewesen wäre. Die Spezialisten konnten fast alle Wünsche berücksichtigen und haben ansonsten immer für adäquaten Ersatz gesorgt.

Anreise:

Für die Hin- bzw. Rückreise von der Schweiz bestehen im Grunde zwei Routen. Die eine startet in Frankfurt, von wo man anschliessend mit Air Namibia per Direktflug nach Windhoek gelangt und die zweite führt von Zürich (Kloten) über Johannesburg (SA) mit Swiss ebenfalls in die Hauptstadt Namibias. Über den Unterschied bezüglich des Komforts der beiden Fluggesellschaften kann ich nichts sagen. Wenn Frankfurt nahe genug liegt (in knapp 3h ab Basel per ICE erreichbar), reduziert sich die Reisezeit um zwei Stunden gegenüber der Variante mit Swiss, zusätzlich wird das Portemonnaie nicht überstrapaziert. Swiss nimmt es von den Lebenden und verlangt für beide Wege 500 - 600 Franken mehr pro Passagier.
Das Freigepäckgewicht beträgt 23kg und darüber hinaus darf jeder Fluggast 8kg Handgepäck mitnehmen (gilt für Economy).

Mietwagen:

Am internationalen Flughafen sind fast alle bekannten Mietwagenagenturen wie Avis, Hertz und Europcar vertreten. In der Hochsaison empfiehlt es sich trotzdem das gewünschte Fahrzeug im Voraus zu buchen. Da Karawane Reisen unsere Buchung erledigte, bekamen wir ein 4x4 Fahrzeug von Europcar zugewiesen. In der Stadt Windhoek preisen auch lokale Vermieter, welche z.T. einen sehr guten Ruf geniessen, ihre Wagen an. An der Diskussion, wer nun den besseren Service bietet, lokal oder global, scheiden sich die Geister. Wie immer gibt es Vor- und Nachteile. Die kleineren Anbieter besitzen keinen Stand am Airport, stattdessen holen sie den Kunden ab. Die grossen sind zwar vor Ort, dafür wird oft ein ungenügender Dienst bei Problemen bemängelt. Wir werden sehen. In Island gab es an Europcar nichts zu kritisieren. Egal von welcher Firma ihr euer Mobil entgegen nehmt, kontrolliert die Reifen, das Vorhandensein eines Wagenhebers und das Gefährt auf allgemeine Fahrtüchtigkeit (Elektronik etc.)!
Viele Teile des Landes sind heute mit einem normalen PKW befahrbar, ein Allradfahrzeug zeigt jedoch den besseren Nutzen. Die grössere Bodenfreiheit bietet mehr Sicherheit, v.a. aber bei Tierbeobachtungen spielt der 4x4 seinen Trumpf aus.
Das Steuern eines Mietwagens in Namibia erfordert ein Mindestalter von 21 Jahren und einen internationalen Führerschein. Bitte erkundigt euch bei der entsprechenden Stelle in eurem Heimatkanton! (Der TCS wartet mit weiteren Daten auf.) Der besagte internationale stellt zwar nur eine Übersetzung des gängigen Führerausweises dar, er kann aber auch bei Verkehrskontrollen äusserst nützlich sein. Kaum zu glauben, aber für ein Land mit nur 2.1 Millionen Einwohnern werden die Fahrerlizenzen relativ häufig begutachtet und die hiesige Polizei schlägt ihre Zelte überall auf.

Verkehr:

Aufgrund der Geschichte von Namibia herrscht Linksverkehr! Abgesehen von den grösseren Ortschaften ist das Verkehrsaufkommen jedoch mässig, was die Angewöhnung erleichtern dürfte. Ein paar Dinge gilt es zu beachten: Auf Schnellstrassen (B oder Nationalstrassen) beträgt die Höchstgeschwindigkeit 120 Km/h; 100 Km/h sind aufgrund des manchmal auftretenden Windes oft genug. Sonst (Schotterpisten) dürfen maximal 80 Km/h gefahren werden, was aber ebenfalls zu schnell sein kann, wenn man ins Schleudern gerät. Deshalb tun es auch 60 - 70 Km/h. In Namibia verteilen sich die Tiere in den Weiten des Landes, was nicht in vielen Regionen der Erde noch vorkommt. Entsprechend stark ist dafür der Wildwechsel. Fahrer und Beifahrer sollten immer beide Strassenseiten im Blickfeld haben. Das Fahren bei Nacht würde ich gänzlich unterlassen. Das Unfallrisiko ist schlicht zu hoch. In bewohnten Gebieten gilt, falls nichts anderes signalisiert wird, eine Limite von 60 Km/h.
Im Grunde verhält es sich wie überall: Wer sich den Strassenverhältnissen anpasst, verringert die Wahrscheinlichkeit eines Unfalls. Dies ist vor allem auf den "Gravel roads" zu berücksichtigen. Sie sind zwar im Gegensatz zu Schweizer Strassen sehr breit, doch fallen sie meist gegen die Ränder hin ab. Gerät der unerfahrene Fahrer nun in einen solchen Graben und reist das Steuer abrupt in Richtung Fahrbahn herum, so dreht sich das Gefährt aufgrund der Fliehkraft um seine eigene Achse. Im Fall der Fälle: Geradeaus weiterfahren, vorsichtig bremsen und erst dann korrigieren.

Kulinarisches:

Vegetarier haben es schwer in Namibia. Fleisch steht in allen Variationen auf der Speisekarte. Deutsche Gerichte und Zutaten wie Eisbein, Schnitzel und Sauerkraut verschwinden zwar allmählich, doch werden sie prompt durch die italienische oder die chinesische Küche ersetzt.
Was Namibia meiner Meinung nach ausmacht, ist die ausgezeichnete Fleischqualität. Dies trifft nicht nur auf Rind-, Schweine- und Lammfleischerzeugnisse zu, sondern auch auf das einheimische Wild. Steaks oder Ragout von Springbock, Kudu, Oryxantilope oder Zebra lassen jeden Fleischliebhaber im siebten Himmel schweben. Wer bereits Südafrika besucht hat, schätzt sicherlich auch das in Namibia bekannte "Biltong". Das getrocknete und gewürzte Fleisch stammt meist vom Rind oder einer Antilope und dient als proteinreicher Snack für Zwischendurch.
Freunde von gutem Fisch müssen an die Küste vordringen. In den Städten Lüderitz, Swakopmund und Walvis Bay kriegt der Gast den Tagesfang serviert. Nebst Fischen wie Kabeljau und Seezunge, gibt es auch Meeresfrüchte wie Muscheln und Austern. Ein typisch namibisches Gericht heisst "Milipap" und besteht aus Maisbrei. Das Nationalgericht wird in den diversen Landesteilen mit unterschiedlichen Beilagen genossen.
Einige Spezialitäten der ehemaligen Kolonialmacht sind geblieben, so zum Beispiel Torten- und Brotvariationen. Ach ja, in Namibia wird Bier nach dem deutschen Reinheitsgebot von 1516 gebraut. Die Hellen wie Windhoek Lager und Tafel Lager schmecken exzellent und auch das Camelthorn Weizen mundet. Manchmal - je nach Jahreszeit - produziert die NBL (Namibian Breweries Ltd.) sogar Spezialeditionen wie das Urbock.
Die Preise in den Restaurants sind markant niedriger als diejenigen in der Schweiz. Selbst in guten Lokalen kostet ein Dreigangmenü daher etwa 3-5-mal weniger, verglichen mit unserem Niveau. Ein grösseres Angebot an Gasthäusern findet ihr aber nur in den bevölkerungsreicheren Siedlungen. Unterwegs wird in den Lodges diniert, wobei das Essen auch dort meist vorzüglich ist.

Geld:

Offizielle Währung ist der Namibische Dollar (1N$ = 100 Cents), welcher eins zu eins an den Südafrikanischen Rand gekoppelt ist. Das heisst, auch der Rand wird als Zahlungsmittel überall akzeptiert. Aber Achtung! Umgekehrt kann man den Namibischen Dollar im südlichen Nachbarland nicht verwenden.
Bares braucht der Reisende vorwiegend zum Tanken, für die Zwischenverpflegung, Trinkgelder und kleine Souvenirs. Da bei der Mehrheit der Tankstellen der ausstehende Betrag immer noch bar beglichen werden muss, solltet ihr also Flüssiges auf euch tragen. Dieses erhaltet ihr wiederum an Geldautomaten in den Städten. EC-Karten (Maestro), Master Card und Visa sind weit verbreitet, doch nicht jede ATM schluckt jeden Kartentyp (Geld - Namibia Wiki). Die Maestro-Karte wird zudem ausserhalb Europas limitiert, d.h. eure aktuellen Limits werden automatisch heruntergesetzt. Das Gleiche gilt u.U. für Kreditkarten. Fragt bei eurer Bank bzw. bei eurem Kreditkartenunternehmen nach und lasst die Karte freischalten! Normalerweise reizt niemand diese Grenze  aus. Im Krankheitsfall - der hoffentlich nicht eintrifft - muss jedoch oft eine Vorleistung erbracht werden.
Wie bei uns spucken die Bankomaten Noten nur bis zu einer bestimmten Summe aus. Aufgrund des Wechselkurses liegt diese Beschränkung wesentlich tiefer, so ist umgerechnet bei ca. CHF 400 Schluss.

Gesundheit:

In Namibia kommt es darauf an, wohin man reist und für wie lange. Seit ihr nur zwei bis drei Wochen im Land, werden lediglich Impfungen gegen Hepatitis A, Typhus und Tollwut empfohlen. Bei einem längeren Aufenthalt komplettiert Hepatitis B das Portfolio. Als Malaria-Gebiet gilt der Norden, inklusive Ethosha-Pfanne, und insbesondere der Caprivi-Streifen. Den besten Schutz bietet eine Expositionsprophylaxe: Lange Hosen, Moskitonetz und insektenabweisende Mittel. (Ostschweizer Infostelle für Reisemedizin) Wie erwähnt: vorgeschrieben wird nichts, nur empfohlen. An dieser Stelle zitiere ich auch gerne den bekannten Werbehinweis: "Fragen sie ihren Arzt oder Apotheker!"


Von jetzt an bis zum kommenden Sonntag schweigen die Tasten. Dann versuche ich wieder vor Ort zu berichten und euch Land und Leute näher zu bringen.





Montag, 24. August 2015

Tage 12/13: Jagd nach Souvenirs und Heimreise

Nun, der Ernst des Lebens hat wieder begonnen und sich sitze dementsprechend zu Hause und schreibe diese letzten Zeilen unserer Reise. Weitere Bilder kann ich euch leider keine mehr liefern, weil das Fotografieren von Souvenirs nicht zu meinen Spezialitäten gehört und ich die Mitbringsel lieber kaufe und als Andenken mitnehme, als nur Bilder davon zu präsentieren. 

Wie ihr sicher ahnt, begaben wir uns am Dienstagnachmittag zurück in die Hauptstadt, checkten erneut im Hotel Odinsvé ein und machten uns auf die Jagd nach kleinen Erinnerungsstücken. 
Typisch isländisch sind Waren aus Schafswolle: also Fäustlinge, Mützen und dicke Pullover. Manch ein Souvenirladen bietet auch Einzelstücke, z.B. aus Glas oder Ton, von regionalen Künstlern an, so dass man nicht unbedingt ein T-Shirt mit der Aufschrift "Eyjafjallajökull", winzige Wikingerfiguren und Trinkhörner erstehen muss. Die gibt es nämlich an jeder Strassenecke.
Leider verkaufen nur die wenigsten Buchhandlungen Saga-Literatur auf Deutsch. Die meisten Bücher und auch alle Isländersagas können aber bei uns auch übers Internet bestellt werden.

Am Mittwoch besuchten wir die so genannte Blaue Lagune, ein Thermalbad mit einer durchschnittlichen Wassertemperatur von 38°C, in Grindavik. Das Wasser schimmert tatsächlich blau, gefärbt von bläulichen Algen und einer einzigartigen Zusammensetzung von Mineralien. National Geographic wählte den Ort zu einem der 25 natürlichen Wunder der Welt, obwohl die Blaue Lagune bei dem Bau eines Geothermalkraftwerks durch Menschenhand geschaffen wurde.

Zwei Restaurants gilt es noch zu empfehlen: Den Seafoodgrill http://www.sjavargrillid.com/ und die Icelandic Bar http://islenskibarinn.is/net/en/. Das zweite Lokal ist etwas für Freunde von traditionellem isländischem Essen und Bier (auf der Karte ist fast jedes nationale Gebräu zu finden). 

Der Donnerstag verlief nach einem strikten Plan: Wir mussten früh aufstehen, an den Flughafen fahren, den Mietwaagen abgeben, einchecken, das Gepäck aufgeben und Kaffee trinken! Und viereinhalb Stunden später trafen wir wieder in der Schweiz ein. 
Das war sie nun also, unsere Reise nach Island. Wir haben viel gesehen und erlebt: die raue See, schwarze Sandstrände, übel riechende Schwefelfelder, idyllische Fischerdörfer, lustige Papageientaucher, ein Riese des Meeres und viele Schafe. Lange Rede, kurzer Sinn: Jederzeit wieder!

P.S.: Ach ja, hier ist doch noch ein Bild aus dem Hafen von Reykjavik: 
Ausrangierter Kahn im Hafen von Reykjavik


Mittwoch, 19. August 2015

Tage 10/11: The Golden Circle

Das Wetter meinte es gut mit uns und zeigte sich gestern von seiner angenehmen Seite. Endlich bot sich uns die Gelegenheit dem goldenen Wasserfall Gullfoss einen Besuch abzustatten. 
Über zwei Stufen fällt das Wasser tosend in eine schmale Schlucht und die dabei entstehende Gischt ist bereits von Weitem zu sehen. Eigentlich sollte hier einmal ein Kraftwerk gebaut werden, doch die Investoren begruben das Projekt - zu Recht, wie ich glaube - nach massiven Protesten wieder. Doch seht selbst:
Gullfoss
Gullfoss

Obwohl die Nachbildung vom mittelalterlichen Hof Stöng nicht zum goldenen Kreis gehört, ist sie dennoch interessant und führt vor Augen, wie die Menschen zu Zeiten der Wikinger gelebt haben. Die ausgestossene Asche des Vulkanausbruchs Hekla begrub im Jahre 1104 das Original, welches anfangs der Zwanzigerjahre wieder entdeckt wurde. 
Wikingerhof
Nebst dem Geysir und dem Gullfoss ist Thingvellir der dritte und letzte Teil des "Golden Circle". Es handelt sich dabei um die ehemalige Stätte des Allthing, wo 930 n. Chr. das erste Parlament von Europa eingeführt wurde.
Noch heute feiern die Isländer wichtige Ereignisse und Jubiläen an diesem traditionsreichen Ort. 

Ach ja! Hier noch der Nachtrag und somit ein neues Bild von Strokkur:
Strokkur

Während den zwei Tagen in dieser Region übernachteten wir im Farmhotel Efstidalur II:  www.efstidalur.is
Sehr zu empfehlen!



Montag, 17. August 2015

Tag 9: Papageientaucher und ein Butterfass

Kurz nach Vik gibt es zwei Abzweigungen: Die Strasse 215 führt zu einer Bucht, an der  Basaltsäulen zu finden sind und auf der 218 wiederum gelangt der Reisende an einen Aussichtspunkt, wo dutzende Papageientaucher in freier Wildbahn leben.
Papageientaucher

Etwa 30 Km nach Vik verlässt das Wasser das Hochland und stürzt über den Skógafoss 60 Meter in die Tiefe. Trotz der vielen Touristen, zählt dieser Ort noch immer zu den schönsten des Landes. 
Skógafoss
Konkurrenz erhält der Skógafoss durch den 21 Km entfernten Seljalandsfoss, welcher euch die letzte Tage immerwährend auf der rechten Seite des Blogs begleitet hat.


Das Dorf Hvolsvöllur eignet sich gut als Zwischenstopp, natürlich zum Rasten, vor allem aber wegen der Ausstellung zur Njáls Saga. Die Geschichte um Njál ist mit 100'000 Wörtern die umfangreichste aller Isländersagas und wird nicht zu Unrecht mit den griechischen Epen  der Antike verglichen. 


Wir verliessen Hvolsvöllur in nördlicher Richtung und kamen auf diesem Weg im so genannten "Golden Circle" an. Dieser besteht aus dem berühmten grossen Geysir, dem Gullfoss und Thingvellir, dem Ort des ehemaligen Allthing.  Aus wettertechnischen Gründen mussten wir uns mit dem Butterfass (Strokkur) begnügen. Strokkur befindet sich etwas unterhalb des "originalen" Geysirs, speit aber, im Gegensatz zu diesem, noch regelmässig heisses Wasser aus. 
Morgen besuchen wir dann sicher auch noch den Gullfoss. Fotos von diesen beiden Naturschauspielen findet ihr ebenfalls am rechten Bildschirmrand.
 
Erkenntnis des Tages: Die Anzeige meines Handyakkus stimmt irgendwie nicht mit der reellen Leistung überein...

Samstag, 15. August 2015

Tage 7/8: Schwarzer Sand und blaues Eis

Gestern nahm ich mir eine Auszeit vom Bloggen. Die Internetverbindung war sowieso nicht die Beste.
Heute muss ich zum Schreiben in der Bar Platz nehmen, was mich nicht wirklich stört. Aber zurück zum Thema: Auf der Fahrt von Egilsstadir bis Höfn (ausgesprochen "Höpn") scheint es nicht viel zum Sehen zu geben. Doch der erste Augenschein trügt. Beeindruckend und auch ein wenig mystisch sind die zahlreichen kleinen, steil abfallenden Buchten mit ihren schwarzen Sandstränden. 
Höfn selber erweist sich dem Touristen als Stadt mit Fischerhafen und ein paar guten Restaurants.

Von Höfn fuhren wir heute nach Vik (genauer Vik í Myrdal). Nach ca. 30 Km tauchte zur rechten Hand die mächtige Gletscherlagune Jökulsárlón auf. Ein Amphibienfahrzeug brachte uns den daher treibenden Eisbergen näher, die der Gletscher Breidamerkurjökull gekalbt hatte. An die tausend Jahre zählt das abgebrochene Eis.
Für den James Bond Film "Day another Day" wurde der Meereszugang der Lagune blockiert. Der Salzgehalt des Wassers nahm aufgrund der kontinuierlichen Frischwasserzufuhr ab, bis der See gefror. So konnte Bond schliesslich mit seinem Aston Martin über die Lagune brettern. 
 
Eisberg auf der Jökulsarlon


Auch nach Jökulsárlón findet man immer wieder Gletscherseen, die einen kurzen Halt wert sind. Danach ändert die Landschaft wieder. Dem unaussprechlichen Ort Kirkjubaerklaustur folgt ein moosbewachsenes Lava-Feld, genannt Eldhraun, eine grüne Einöde sozusagen.
Nach geshamthaft fast 200 Kilometern gelangten wir in den beschaulichen Ort Vik. Von dort werde ich morgen berichten.
Eldhraun

Freitag, 14. August 2015

Tag 6: Die Riesen des Meeres

Abgesehen von Húsavik und der dortigen Walbeobachtungstour kann ich euch heute nicht viel berichten. Diese Exkursion hatte es aber in sich. So stachen wir bei schönstem Wetter und sommerlichen 12°C auf einem ehemaligen Walfänger in See. Lange sahen wir nichts, ausser ein paar frechen Möwen, die wohl versuchten auf einfachstem Wege an Fressen zu gelangen, und den endlosen blauen Wassermassen. Plötzlich fing uns ein kalter, steifer Wind an, um die Ohren zu peitschen. Ich hatte bereits mehrere Male meine Uhr konsultiert, als der Kapitän eine Walsichtung vermeldete. Der Motor heulte auf und schob das Boot kraftvoll durchs Blau. Einen kurze Augenblick später erreichten wir den Fundort und entdeckten erstmal wieder nichts. Doch Wale sind bekanntlich Säugetiere und müssen ab und an Luft holen. Deshalb war es nur eine Frage der Zeit, bis wir den nächsten Hinweis erhalten würden. Der Wal verriet sich durch seinen Blas und tauchte etwa 100 Meter von uns entfernt auf. Endlich durfte ich mein Teleobjektiv verwenden! Zuerst kam nur die Finne zum Vorschein, aber zum  Schluss zeigte das Tier auch noch seine Schwanzflosse. "Ein Buckelwal!", verkündete unser Guide mit einer gewissen Erleichterung.

Schwanzflosse eines Buckelwals
Anbieterlink: www.gentlegiants.is

Die anschliessende Reise vom Fischerdorf bis nach Egilsstadir an die Ostküste verlief ereignislos. An der 240 Kilometer langen Strecke gibt es nur wenig Sehenswertes. (Abgesehen vom Myvatn und dem Dettifoss, siehe Tag 5)

Erkenntnis des Tages: Auch in Island droht Sonnenbrandgefahr...

Donnerstag, 13. August 2015

Tag 5: Wasser, Schwefel und Mücken

Nein, dies sind keine Zutaten für eine Hexenrezeptur, sondern Dinge, die wir heute im Myvatn-Gebiet angetroffen haben - Wasser in der Gestalt von Wasserfällen, allen voran der Godafoss und der Dettifoss.

Der Fall der Götter wird so genannt, weil im Jahre 1000 n. Chr. das Allthing beschlossen hatte das Christentum als offizielle Religion anzunehmen. Daraufhin warfen die christianisierten Wikinger ihre alten Götterstatuen den Katarakt hinunter. Die verbannten Götter und der Glaube um sie leben trotzdem in vielen Erzählungen bis in unsere Tage weiter.  

Godafoss
Der Dettifoss hingegen ist Europas mächtigster Wasserfall, was das beförderte Volumen betrifft. Über 220 Tonnen des kühlen Nass stürzen pro Sekunde über die Kaskade. 
Dettifoss

Der Myvatn oder auf Deutsch Mückensee beheimatet diverse Vogelarten und logischerweise, wie es sein Name bereits kundtut, eine unüberschaubare Zahl an Plagegeistern. Die winzigen Viecher sind zwar lästig, saugen aber zum Glück kein menschliches Blut. Viele der geschossenen Fotos der Gegend entschädigen sowieso meist die unangenehmen Umstände. 
Myvatn

Ein weiterer Höhepunkt dieser Region offenbart sich mit Bestimmtheit im Myvatn Naturbad. Hellblau schimmert das 36°C warme Wasser den Badenden entgegen. Das Thermalbad wurde erst im Jahre 2004 errichtet und ist das kleine Pendant der Blauen Lagune.
Myvatn Naturbad

Zwei weitere Sehenswürdigkeiten gilt es noch zu erwähnen:
Zum einen hätten wir hier Dimmuborgir - nicht die Band - sondern die echten dunklen Burgen: Gesteinsformationen aus erstarrter Lava. Gemäss der Mythologie hausen Elfen und Trolle an diesem düsteren Ort. 
Zum anderen Hverarönd (auch Hverir): ein Feld voller heissen Quellen. Eine Vielzahl kochender Schlammtöpfe sowie Solfataren schwängern die Luft mit dem Geruch von faulen Eiern.
Schlammtopf in Hverir
 
Erkenntnis des Tages: Nirgends stinkt es schöner ;-)

Mittwoch, 12. August 2015

Tag 4: Zentrum des Nordens

Hofsós, Siglufjördur und Ólafsfjördur werden die mehr oder minder bewohnten Fischerdörfer genannt, die zwischen dem Skagafjördur und dem Eyjafördur liegen. Die Fischerhäfen und ihre Boote sind noch aktiv und fast jedes Restaurant offeriert Fischsuppe zu Mittag und den Tagesfang zum Abendbrot. 
In Dalvik, einem weiteren Ort, findet alljährlich sogar ein Fischfestival statt - Wir haben es leider um zwei Tage verpasst. Nun denn, sei's drum. Man kann bekanntlich nicht alles haben. Das Fahren auf den Strassen 76 und 82 möchte ich trotzdem nicht missen. Diese Route wartet dem Reisenden mit unglaublich eindrucksvollen Landschaften und malerischen Plätzen entlang der Küste auf. 

Heringsmuseum
Kaffeehäuser in Ólafsfjördur
Werkshalle in Ólafsfjördur


Akureyri, das Zentrum des Nordens und Wohnsitz von 17ˋ000 Isländern, liegt reizvoll am Fusse des Berges Súlur. In der Universitätsstadt leben die Menschen vorwiegend von der Lebensmittelproduktion, vom Schiffsbau und natürlich nicht  zuletzt auch vom Tourismus. Das Vorhandensein eines botanischen Gartens befremdet im ersten Moment in diesen Gefilden ein wenig, der Park ist aber allemal einen Blick wert. 
Im Lokal "RUB23" bereitet die Küchenmannschaft eigene Sushi-Kreationen mit einheimischen Zutaten zu - nicht gerade günstig, aber sehr lecker! (http://www.rub23.is/en/akureyri)


Akureyri in der Abenddämmerung

Erkenntnis des Tages: Karten sind noch immer etwas Gutes!